OSTSEEMAN 2010 Relay

Im letzten Jahr habe ich als Einzelstarter am Ostseeman in Glücksburg teilgenommen. Dieser Triathlon über die Ironmandistanz hat mich derart begeistert, dass ich mich auch für das Jahr 2010 als Einzelstarter gemeldet habe. Dank einer Aneinanderkettung unglücklicher Umstände habe ich schweren Herzens auf den Einzelstart verzichtet. Doch es ergab sich eine gleichwertige Alternative. Meine Freundin Gerlinde war für den Staffelwettbewerb gemeldet. Es ergab sich, dass ich als Schwimmer und Läufer einspringen konnte. Tja, und so habe ich eine Mixed-Staffel mit Gerlinde gebildet. Während Gerlinde das Radfahren übernahm, bin ich geschwommen und gelaufen.

Am Morgen des 01.08.2010 war es endlich soweit. Bereits um 05:30 Uhr betraten wir die Wechselzone. Wir checkten ein letztes Mal Gerlindes Fahrrad und bestückten es mit Sportgetränken. Nach und nach füllte sich die Wechselzone mit Triathleten. Alle waren emsig mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt.

Eine halbe Stunde vor dem Start zog ich mir den Neoprenanzug an und ging mit Gerlinde zum Sandstrand. 1.000 Schwimmer bzw. Triathleten warteten auf den erlösenden Start. Der Veranstalter erhöhte die Spannung, in dem er kurz vor dem Start Herzschlaggeräusche aus den Lautsprechern schallen ließ. Pünktlich um 07:00 Uhr erfolgte der ersehnte Startschuss. Als bescheidener Schwimmer ordnete ich mich weiter hinten ein. Trotzdem konnte ich mich dem typischen „Hauen und Stechen“ eines Massenstarts nicht entziehen. Ein paar Tritte und Schläge bekam ich ab, aber bis auf eine verrutschte Schwimmbrille blieb ich ohne Blessuren. Die Schwimmbrille konnte ich wieder richten und nach etwa 300 m zog sich das Feld in die Länge, so dass ein kontaktfreies Schwimmen in der Ostsee möglich war. Das Wasser hatte eine angenehme Temperatur von 19 Grad. Störend waren lediglich die vielen glibberigen Quallen, aber auch daran gewöhnte ich mich schnell. Nach 1:30 h hatte ich die 3,8 km geschafft. Ich lief schnell zu Gerlinde, befestigte den Chip für die Zeitmessung an ihrem Handgelenk und wünschte ihr viel Erfolg für die 180 km lange Radstrecke.

Gerlinde musste 6 Runden á 30 km fahren. Bedingt durch Bauarbeiten musste die Streckenführung geändert werden. Das führte dazu, dass auf der Radstrecke ca. 1.400 Höhenmeter zu bewältigen waren. Zu dem Staffelstart ist zu sagen, dass diese Entscheidung erst einen Tag vor dem Start endgültig getroffen wurde. Im Vorfeld ging Gerlinde davon aus, beim Ostseeman nicht an den Start zu gehen. Das führte dazu, dass sie in den letzten Wochen weniger hart trainiert hatte und die Trainingsausfahrten nicht länger als 100 km waren. Wir hatten vereinbart, dass ich sie in jeder Runde mit Getränken versorge. Ich war positiv überrascht, als Gerlinde bereits nach 1:02 h die ersten 30 km hinter sich gebracht hatte. Sowohl ihr als auch mir war klar, dass das ein wenig zu schnell war. Gerlinde hielt dieses Tempo bis zur Streckenhälfte. Danach siegte die Vernunft und sie nahm ein wenig Tempo raus. Nach Abzug der Wechselzeiten hatte sie zum Schluss eine Radzeit von unter 6:30 h für die 180 km, was einem Kilometerschnitt von 28 km/h entspricht. Alle Achtung! Eine Superleistung von ihr.

Mit dem abschließenden Marathonlauf folgte nun die letzte Disziplin. Gerlinde übergab mir wiederum den Zeitchip und ich machte mich dann auf die 42,195 km lange Laufstrecke. Ich hatte 5 Runden á 8,44 km zu laufen. Gerlinde stand an der Strecke und versorgte mich bei Bedarf. Die Strecke führte zunächst am Strand entlang. Anschließend liefen wir über einen Campingplatz. Von dort führt ein ca. 1 km langer Singletrail zu einer Wendemarke im Naturschutzgebiet. Es folgten hügelige Passagen durch die Stadt Glücksburg. Wir passierten das Wasserschloss und kurz darauf verlief die Strecke wieder am Strand zum Start-/Zielbereich. Es wurde jetzt zunehmend wärmer und schwüler. Als Staffelläufer war ich frisch und überholte pausenlos. Ich bin im 5er Schnitt angelaufen und hielt das Tempo bis zur 4. Runde durch. Nach 34 km merkte ich, dass die Beine schwerer wurden. Gerlinde war an der Strecke und versorgte mich mit meinem Lieblingssportgetränk. Vor der letzten Runde nahm ich einen kräftigen Schluck. Es wurde noch mal Energie freigesetzt und so konnte ich den 5er Schnitt bis zum Schluss halten.

Kurz vor dem Ziel wartete Gerlinde auf mich. Wie das bei Staffelläufen so üblich ist, liefen wir zusammen ins Ziel. Wir wollten unter 12:00 h Stunden bleibens. Mit einer Endzeit von 11:35 h hatten wir unser Ziel mehr als deutlich erreicht. Meine Marathonzeit betrug übrigens 3:29 h. Da ich in den letzten 4 Wochen wenig trainiert hatte, war ich mit der Zeit mehr als zufrieden.

Es hat riesigen Spaß gemacht, als Staffel mit meiner Gerlinde beim Ostseeman 2010 zu starten. Im nächsten Jahr wollen wir auf jeden Fall wieder als Staffel bei einer Langdistanz starten.

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