Val Gardena Extrem Berglauf
19,1 km
Ziel in 2.685 m Höhe
1.475 m Höhendifferenz
Anfang September 2009 war ich zum Bergwanderurlaub in den Dolomiten. Bei einer Wanderung auf Seiser Alm machte mich Verena in St. Ulrich auf ein Plakat mit dem Hinweis auf den "Val Gardena Extrem Berglauf" aufmerksam. Das Wort „Extrem“ machte den Lauf für mich interessant.
Zunächst recherchierte ich im Internet und fand dort die Ausschreibung. So kam ich in den Genuss der Fakten. Der Lauf ist 19,1 km lang. Es ist ein Höhendifferenz von 1.475 Höhenmetern zu überwinden. Der Hammer sollte zum Schluss kommen, denn auf den letzten 2,4 km warteten 509 Höhenmeter. Das Ziel lag in 2.685 m Höhe.
Weiterhin sollte ein ärztliches Attest vorgelegt werden. Es wurde ferner das Tragen von Trailschuhen empfohlen. Abschließend richtete sich der Lauf an Elite- und ambitionierte BergläuferInnen. Da ich weder ein Attest noch Trailschuhe und kein Elite- bzw. Bergläufer bin, kam ein Start zunächst nicht infrage.
Der Gedanke an diesen Lauf ließ mich aber nicht los. Und begab ich mich zum Meldebüro. Dort stellte ich fest, dass man auch ohne Vorlage eines ärztlichen Attests starten durfte. Und so meldete ich mich für den 11. Val Gardena Extrem Berglauf an. Anstelle der empfohlenen Trailschuhe lief ich meinen Laufschuhen.
Eine gewisse Verunsicherung war aber weiterhin vorhanden, weil ich für einen derartigen Lauf absolut nicht trainiert war. Naja … und dass ich kein Elite- bzw. Bergläufer bin, dürfte hinlänglich bekannt sein. Ich wollte ja auch nur finishen. Es wartete aber noch eine Hürde, denn man musste km 16,7 nach 2:30 h passiert haben, ansonsten würde man aus dem Rennen genommen. Bis km 16,7 waren es immerhin ca. 1.000 Höhendifferenz.
Ich schob alle Bedenken zur Seite und fand mich am 06.09.2009 zum Start auf dem Marktplatz im italienischen St. Ulrich ein. Pünktlich um 10:00 Uhr erfolgte der Startschuss und 115 LäuferInnen vornehmlich aus den Alpenländern machten sich auf den 19,1 km langen Weg.
Aufgrund der vor mir liegenden 1.475 Metern Höhendifferenz lief ich gemächlich los und fand mich natürlich im hinteren Teil des Läuferfeldes wieder. Ich hatte meine Kamera mitgenommen, um unterwegs ein paar Fotos zu schießen. Die ersten 500 Meter verliefen relativ flach und dann kam schon die erste Steigung. Bis etwa km 10 ging es bis auf kurze Passagen stetig bergauf. Unterwegs schloss ich eine Lauffreundschaft mit Piero aus Italien. Wir liefen ungefähr ein Tempo und so verging die Zeit relativ schnell.
Bis zum Mont Pana bei km 10,3 benötigte ich 1:07 h. Bis dahin waren es ca. 550 m Höhendifferenz. Über die Zeit war ich als Flachländer positiv erstaunt. Es folgte ein etwa 2 km langes Flachstück. Endlich konnte ich es mal richtig laufen lassen. Danach schloss sich wieder ein Steilstück an. Bei km 14,7 erreichte ich die Comici Hütte, die sich in 2.153 m Höhe befindet. Anschließend ging es gemäßigt bergauf bis zum Sellajochhaus bei km 16,7. Hier hatte ich eine Durchgangszeit von 2:08 h. Somit war ich deutlich unter der erforderlichen Durchgangszeit von 2:30 h und konnte den Lauf fortsetzen.
Zum Schluss wartete die „Wand“ zur Demetz Hütte in 2.685 m Höhe auf die LäuferInnen. Für die letzten 2,4 km mit berüchtigten 509 Höhenmetern benötigte ich 37 Minuten. Offensichtlich hatte ich mir den Lauf gut eingeteilt, denn in dem Anstieg überholte ich noch 6 Läufer. Der Schluss war wirklich ein sehr anstrengendes Stück, aber ich habe jeden Schritt, mit ich dem Ziel näher kam, genossen. Überglücklich erreichte ich nach 2:46,15 h das Ziel.
Ich war heilfroh, dass ich mich für diesen Lauf entschlossen hatte. Das war mal eine ganz andere Veranstaltung und daher eine äußerst interessante Erfahrung. Zugute kam mir, dass ich bereits eine Woche in Dolomiten war und einige tausend Höhenmeter durch das Bergwandern in den Knochen hatte. Wenn auch das Schlussstück sehr anstrengend war, so brauchte ich mich unterwegs nicht zu quälen. Schließlich komme ich aus dem Flachland und bin derartige Läufe nicht gewohnt. Der Lauf war übrigens perfekt organisiert. Ich würde jeder Zeit wieder an einem Berglauf teilnehmen.